1987

Einladung zum Theatertreffen Berlin

Jedem seine eigene Wildnis (Each His Own Wilderness) von Doris Lessing

Bearbeitung von Fred Berndt und Jörg Gronius nach einer Übersetzung von Armin Thorn

  • Inszenierung und Bühnenbild - Fred Berndt
  • Kostüme - Annette Schaad
  • Dramaturgie - Jörg Gronius
  • Regieassistenz - Klemens Brosig
  • Bühnenbildassistenz - Caroline Euing
  • Kostümassistenz - Regina Schill
  • Myra Bolton - Tatja Seibt
  • Tony Bolton - Joseph Lorenz
  • Milly Boles - Uta Hallant
  • Sandy Boles - Wolfram Koch
  • Mike Ferris - Helmut Wildt
  • Philip Durrant - Max Volkert Martens
  • Rosemary - Christiane Leuchtmann
  • Filmprolog - Simon Kleebauer
  • Premiere am 25. September 1987 Schloßpark-Theater

    Begründung des Jurymitgliedes Reinhardt Stumm

    Boulevard ist ja die Entdeckung der Saison oder, um die Modesprache auch ganz zu brauchen, dernier cri. Also schreien wir. Wir wollen es flockig und heiter, und die Zweckbehauptung, daß sich die Wirklichkeit im Komischen weitaus genauer abbilde (da diese Wirklichkeit ja letzten Endes auch bestenfalls komisch ist) als im tiefsinnigen Ernst, schlägt die Bresche für Ayckbourn und Konsorten. Auf der Bühne wird's dann aber doch manchmal ein bißchen peinlich, weil boshafte Dramaturgen natürlich auch das im Text stehen lassen, was wir so gern nun auch wieder nicht mehr hören, weil wir glaubten, über diese Plattheiten hinaus zu sein.

    Daß man indessen die vorbereiteten Muster der Boulevardkomödie schlau benutzt, um in sie das hineinzugießen, was zu fester Form erstarrt verdammt genau an das erinnert, womit wir uns unablässig herumprügeln, das ist nicht nur schlau, das läßt sich auch als durchaus sinnvoll erkennen. "Jedem seine eigene Wildnis" von Doris Lessing ist genau so ein Stück. Es kommt leichtfüßig daher, ist schmerzlich komisch, man lacht also mit diesem leicht verzerrten Gesicht, das andeutet: Man lacht widerwillig auch über den Esel in sich selber, den man ja nicht so besonders liebt. Und man ist, jenseits davon, wieder mal frappiert, wie das möglich ist: Ein Stück, 1957 geschrieben, eine "Nonentity" (wie die etwas abgebrauchte "Petitesse" auf englisch heißt), wird dreißig Jahre später auf eine Weise gegenwartsnah, daß einem die Haare zu Berge stehen. Wenn wir uns am Ende fragen, ob wir wirklich so blöd sind, ja, ja, wir sind es, in der Tat.

    Fred Berndt hat mit seinem kleinen Ensemble im Schloßpark-Theater eine Inszenierung erarbeitet, die nicht mit irgendeinem Konzept prahlt, die nicht mit einem genialen Einfall das Stück exekutiert. Was wir sehen, ist schlicht und einfach genaue, präzise Theaterarbeit, die ihre Qualität in zahllosen Details erweist. Der Text ist nahtlos und dicht, die Inszenierung folgt ihm genau beobachtend. Berndt hat das Glück, mit einer überzeugenden Gruppe von Schauspielern arbeiten zu können und mit Tatja Seibt eine Hauptdarstellerin zu finden, die das gefährliche Wechselspiel zwischen Mutter und Liebhaberin, unverbesserlichem politischen Grünschnabel und erfahrener Agitatorin hinreißend meistert. Wenn schon Boulevard, dann so: Ein altes trojanisches Pferd, das heute zum Schmuggeln benutzt wird. Die Konterbande, die es mitbringt, ist die gleiche, die wir aus den Büchern der Lessing kennen: Es sind die Berichte vom Kampf der Frauen um Freiheit, um die Anerkennung ihres Rechts auf Selbständigkeit, um ihre Beteiligung an Männergeschäften wie Staat und Politik.

    1999

    1. Preis des Design-Wettbewerbes

    für eine Sonderausstellung im "Jüdischen Museum"

    Arbeitstitel: "Sammeln im Jüdischen Museum"

    - nicht realisiert -

    2000

    1. Preis des Design-Wettbewerbes

    für die Dauerausstellung im Museumsneubau des Archelogischen Parkes Xanten (APX)

    - nicht realisiert -

    2006

    1.Preis des Wettbewerbes für "Vision On Tour"

    (Arbeitstitel)

    "Komm.auf.Tour - Deine Stärken, Deine Zukunft"

    Ein interaktives Angebot zur Berufsorientierung und Lebensplanung für Jugendliche

    Realisiert für die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA

    Für die Inszenierung "Scherz, Satire, Ironie und tiefere Beduetung" des Opernhauses Halle von Glanert & Gronius nach Grabbe in der Sparte OPER.